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Don Giovanni

Don Giovanni - die Entfesselung der Sinne, die Personifikation von Eros, die Mensch gewordene Anarchie - welche Frau könnte ihm trotz seiner Lügen und Unmoral widerstehen?

W. A. Mozarts 1787 in Prag uraufgeführte Oper „Don Giovanni", nach dem Libretto von Lorenzo da Ponte, gilt als Höhepunkt der zahllosen Bearbeitungen des spanischen Don-Juan-Mythos. Im letzten Atemzug einer ausgehenden Epoche führt uns Mozart den Abgrund der menschlichen Seele und menschlicher Beziehungen vor Augen.

Nach der Buchführung seines Dieners Leporello hat Giovanni bereits vor Beginn der Handlung von Mozarts Opernstoff 2065 Frauen verführt. Dieser von allen Männern gefürchtete Verführer besucht nachts Verlobte, entjungfert frisch verheiratete Frauen und entkommt doch immer wieder jeder Bestrafung. Die Verlobten, Ehemänner und sogar die Freunde Giovannis scheinen machtlos.

Erst als Don Giovanni sich dem Aufruf zur Reue durch den toten Komtur widersetzt, fährt er an der Hand des Komturs zur Hölle.

Hier vereinigt da Ponte in seinem wohl komlpexestem Libretto Bufforeskes mit Moralischem, formvollendete Leidenschaft mit Verweigerung aller sozialen Normen bis zum Untergang.  Ebenso bricht Mozart mit der herkömmlichen Tradition und verschmelzt durch seine Musik diese Gegensätze zu einem einheitlichen Werkcharakter und Weltbild. In der Mitte steht der Held: erotisch, schuldig, ego-istisch, gierig und raffiniert.

Eben dieser Held gibt in der Inszenierung der Jungen Kammeroper Köln immer wieder Anlaß, die herrschenden Moral-vorstellungen den persönlichen Beweggründen der handelnden Personen gegenüber zu stellen. Wie schon in der Zauberflöte, erwartet die Zuschauer ein lebendiges, modernes Operner-lebnis, das durch seine klare Ästhetik und psychologische Personenführung überzeugt.

Inszenierung und Bühne: ENKE EISENBERG

Eine Produktion der KAMMEROPER KÖLN

Dauer ca. 165 min.
Altersempfehlung 12 - 99 Jahre

mit: Rebekka Maeder / Lisa Laccisaglia / Emanuel Pichler / Wolf H. Latzel / Carsten Rupp u.v.a.