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Meisterklasse

Ein Stück Operngeschichte von Terrence McNally über Maria Callas mit Musik von Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi und Giaccomo Puccini

meisterklasse"Bei jeder wichtigen Etappe meiner Karriere musste ich meinen Triumph unvermeidlich mit privatem Kummer oder physischen Schmerzen bezahlen."



Maria Callas (1923–1977) war vielleicht die berühmteste Sängerin des 20. Jahrhunderts und einer der ersten großen Opernstars des Medienzeitalters. 1970/71 – nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere – gab sie an der renommierten Juilliard School of Music in New York öffentliche Meisterklassen in Gesang.

In Terrence McNallys raffiniert mit dem Authentischen und der Fiktion spielender Hommage hat die Sopranistin ihre eigene Stimme zwar verloren, nicht jedoch ihren unerbittlichen Kunstanspruch. Perfektionistisch, hart und unnachgiebig fordert die Callas von ihren Schülern, die erst am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn und ihres Lebens stehen, was sie sich selbst immer abverlangt hat: kompromisslose Hingabe und Respekt gegenüber dem Werk und seinem Schöpfer sowie Wahrhaftigkeit des künstlerischen Ausdrucks. Doch hinter Strenge und Arroganz verbirgt sich eine einsame Frau, deren Kampfgeist gebrochen ist. So rufen die von den Schülern vorgetragenen Arien peinigende Erinnerungen an ihr „skandalöses“ Leben wach: die Kindheit und Lehrjahre in Armut, die Kämpfe am Beginn ihrer Laufbahn, die groß- artigen Triumphe ihrer einzigartigen Karriere als „Primadonna assoluta“ sowie ihre leidenschaftliche, aber zerstörerische Beziehung zu dem griechischen Milliardär Aristoteles Onassis, der den wahren künstlerischen Rang seiner Geliebten nicht einmal erahnt. Auf vergebliche Bemühungen um ein Comeback folgte die grenzenlose Einsamkeit im Alter.

Auf amüsante und zugleich bestürzende Weise wird dabei das Phänomen eines außerordentlichen Karrierefalls der fünfziger und sechziger Jahre deutlich, bei dem (noch) höchster Kunstanspruch einer elitären Klientel wie die banale Sensationsgier der Massen gleichermaßen zufrieden gestellt wurden.
Drei Elemente machen den Unterhaltungswert dieses Musiktheaterstücks aus: die Ausstrahlung einer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit, die fast tragikkomischen Auftritte von drei Studenten, zwei Sopranistinnen und einem Tenor, und nicht zuletzt die Musik, mit der schönste Erinnerungen an außerordentliche Opernabende und die wunderbare Gesangkunst der Callas wach werden.
McNallys „Meisterklasse“ ist nicht nur die Würdigung einer großen Künstlerin, es ist eine Erforschung der persönlichen Vorraussetzungen des Schaffens, des Geheimnisses, das sich Kunst nennt. Das Drama der einstigen Primadonna, das 1995 mit dem Tony Award ausgezeichnet wurde, war ein triumphaler Publikumserfolg am Broadway und wurde innerhalb weniger Jahre zum meistgespielten ausländischen Stück auf deutsch- sprachigen Bühnen – spannendes Theater, das Lust auf Oper weckt!


Dauer:             ca. 2 Stunden

Inszenierung: Volker Hein
musikal. Leitung: H.P.Katzenburg -
Ausstattung: Volker Hein

mit

Marietta Bürger als Maria Callas,

sowie Sabine Laubach, Julika Birke und Bryan Ross Thomas als Gesangsschüler